0 Paul August (1906 – 1980)

Biografie

Paul August wurde am 2.März 1906 in eine wohlhabende Tischlerfamilie geboren, nahe der Kurischen Nehrung und wuchs in Kaukehmen auf, einer ostpreußischen Kleinstadt. Die Familie kam gut durch die Kriegszeit, aber 1919 verstarb die Mutter an der Spanischen Grippe. Ein Hauslehrer unterrichtete die Geschwister zusätzlich, Paul lernte auch Geige zu spielen. Da er gern zeichnete, wurde beschlossen, dass er das Malerhandwerk erlernen sollte, von 1921 bis 1924. Dann wanderte er drei Jahre als Geselle, arbeitete u.a. in Waren an der Müritz, Delmenhorst, Köln – wo er an Ausstellungs- und Messebauten mitwirkte – ,Frankfurt/Main und am liebsten in Potsdam, 1928 – 1932. Er wohnte gegenüber dem Holländischen Viertel, bis er 1931 Erna Schuchmilski heiratete und mit ihr in das von G.W. Knobelsdorff gebaute Haus Breite Straße 43 zog, direkt am Lustgarten, mit Blick auf Schloss und Marstall. Hausbesitzer war sein Schwager Oskar Schuchmilski, mit dem er die sozialdemokratische Gesinnung teilte.
Nach der Geburt des ersten Sohnes, zog die junge Familie Ende 1932 nach Kaukehmen, wo sich Paul August erfolgreich als Malermeister selbständig machen konnte. Zwei weitere Kinder wurden geboren, aber bereits im Mai 1939 wurde er vom Wehrbezirkskommando Tilsit dienstverpflichtet und im Bau- und Wachbataillon in Belgien und Frankreich eingesetzt.

Im Oktober 1940 erlitt er eine Kriegsverletzung am linken Fuß, die nicht abheilte, so dass 1941 sein linker Unterschenkel amputiert wurde. Schon während des Lazarettaufenthalts in Posen, besuchte er die Meisterschule, Abteilung Malerei, studierte 1943 / 44 weiter in Königsberg und ab dem Wintersemester 1944 bei Hans Orlowski in Berlin-Charlottenburg. Die Familie wurde aus Ostpreußen evakuiert und erhielt eine Zuzugsgenehmigung für Potsdam, wo sie bis 1956 wieder bei der Schwiegerfamilie wohnten, ein Teil des Hauses gehört inzwischen zur Spielbank.

Paul August war einer der Künstler, die 1945 vom Stadtbaurat Neumann den Auftrag erhielten, die Ruinen der Stadt zu dokumentieren. Seit 1948 gehörte er als Gründungsmitglied dem Schutzverband Bildender Künstler an. Von 1948-1951 war er Dozent für Naturstudium und Kunstgeschichte an der von ihm mitbegründeten Landesmalschule, die 1952 den Status einer Fachschule für angewandte Kunst erhielt, ab 1967 als Außenstelle zur Fachschule für Werbung und Gestaltung in Berlin gehörte. In den 50er Jahren gab er zudem Zeichenkurse in der Volkshochschule Potsdam, hielt kunstgeschichtliche Vorträge und machte regelmäßig Führungen durch die Altstadt, Schlösser und Gärten. Von 1956 bis 1977 lebte Familie August in der Meistersingerstraße 11, nahe der Römischen Bäder und dem Park um Schloss Charlottenhof -, seine bevorzugten Motive für seine Aquarelle. 1970/71 unterrichtete er im Rahmen der ersten Qualifizierung für Restauratoren, Kunstgeschichte und Naturstudium im Auftrag der Staatlichen Schlösser und Gärten Potsdam Sanssouci. 1972 ging er in den Ruhestand. Er blieb bis 1980 Mitglied des Verbandes Bildender Künstler, unternahm Studienreisen in die CSSR (1962) und nach Ägypten (1976).

1977 bis 1980 lebte Paul August mit seiner Frau Auf dem Kiewitt 23 an der Havel, er starb am 19. Februar 1980.

Potsdam

Ölbilder

Aquarelle

Druckgrafik

Kohlezeichnungen